Reclaim the commons oder einfach Infrastruktursozialismus

Eine Gedankenspiel: Stell dir eine Welt vor, in der gesellschaftliche Aufgaben wie Bildung, Gesundheit, Mobilität, Kultur und Kommunikation der Verwertungslogik entzogen werden. Ich kann verstehen wenn es im ersten Moment schwer fällt, aber eigentlich ist es heute schon denkbar. OK! Langsam, Schritt für Schritt. Was würde das für uns konkret bedeuten:

Kommunikation: Egal wo du bist, dein Handy hat Empfang. Du hast Internet, überall und zwar mindestens in DSL Geschwindigkeit auch in Wirmighausen oder Kleinkleckersdorf. Abgerundet wird das Angebot durch W-Lan Spots an  allen öffentlichen Plätzen. Das macht das Leben nicht nur bunter, sondern schafft die Basis für gesellschaftliche Teilhabe und die Pflege sozialer und beruflicher Kontakte. Yeah, und das ganze für alle verfügbar. Nicht nur ein Traum – Meine Vision.

Gesundheitswesen: Stell dir vor, du fühlst dich krank, gehst zum Arzt und die erste Frage, die du gestellt bekommst, ist nicht „Kasse oder Privat?“, sondern „Welche Beschwerden haben sie denn?“ Wenn Gesundheit keine Frage des Geldes ist, sondern eine Frage des sozialen Miteinanders, dann ist das nicht unvorstellbar. Konkret ausgedrückt würde das bedeuten: Freier Zugang zur Gesundheitsversorgung, Würdevolles Altern und freier Zugang zu Sportvereinen und Fitnessstudios.

Mobilität: Bahncard 100 für alle und zwar umsonst. Das würde bedeuten: Egal ob Fernreisen oder ÖPNV, mensch kann es benutzen. Nebenbei wird auch noch die Welt gerettet, weil viel viel weniger Autos unterwegs wären. Toll, oder?

Bildung: Von der KiTa bis zur Uni und noch viel weiter. Dem Grundsatz folgend lebenslanges Lernen zu ermöglichen, hat jedermensch die Möglichkeit, nach seinen Bedürfnissen zu lernen, egal ob Studium oder Meisterschule. Das ganze natürlich kostenfrei. Es versteht sich dabei von selbst, dass auch die Lerhrmittel kostenfrei zur Verfügung stehen.

Kulturelle Teilhabe: Selbstverwaltete Jugendzentren meets Oper und Karaoke-Bar. Proberäume für Metallbands genauso wie Platz für Yoga Kurse. Alles ist Kultur und ist elementar, um sich entwickeln zu können. Deshalb muss es ausreichend für alle zu Verfügung stehen.

So und jetzt nochmal: Stell dir eine Welt vor, in der gesellschaftliche Aufgaben wie Bildung, Gesundheit, Mobilität, Kultur und Kommunikation der Verwertungslogik entzogen werden. Immer noch schwierig?

Inspiriert von einem Text der Redaktion des Prager Frühlings: