Sommer, Sonne, Ema.li/ Erstes Treffen der Ema.li_BaWü

Es ist der 07.Juli 2012 die Sonne scheint, und aus den verschiedenen Ecken Baden-Württembergs machen sich einige Menschen auf den Weg nach Karlsruhe. Ihr Ziel ist das Karlsruher Büro der Linken, denn dort trifft sich die Emanzipatorische Linke BaWÜ (Ema.li_BaWü). Es ist das erste Treffen auf Landesebene und deshalb gab es netterweise Unterstützung aus Berlin. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es dann auch sofort los. Es wurde sowohl über Struktur, als auch über Ausrichtung und Inhalt diskutiert. Eine kurze subjektive  Zusammenfassung der Ergebnisse bieten die folgenden Absätze .

Wir müssen reden…
Auch innerhalb der LINKEN gibt es die Unart das einige gleicher sind als andere. So scheint es zumindest, dass z.B MdB für einige Mitgleider des Bundestages gleichzusetzen ist mit “ Aufhebung der Redezeitbegrenzung“. Dies nur als Beispiel, aber auch als Symptom für die existierende Gesprächskultur. Als Ema.li_BaWü ist es unser Ziel, dies zu ändern und eine gleichwertige Gesprächskultur zu etablieren!

Schaffe Schaffe Häusle baue, Butterbrot statt Schnitzle kaue oder auch Wir können alles, außer Emanzipation
Nirgends ist die Mentalität des fleißigen mänlichen Arbeiters und das der „Schwäbischen Hausfrau“ stärker verwurzelt als in Baden-Württenberg. Unser Ziel ist es sowohl die verkrusteten Denkstrukturen von geschlechtsspezifischen Rollenmodellen aufzubrechen als auch das Verhältnis zur Arbeit als solches kritisch zu hinterfragen und weiter zu entwickeln.

Freiheit: Das definieren wir doch mit links
Was heisst eigentlich Freiheit und kann man Freiheit definieren? Wir laden Euch ein, mit uns gemeinsam den Freiheitsbegriff aus linker,emanzipatorischer Perspektive heraus zu entwickeln.

Das alles und noch viel mehr
wollen wir als Ema.li BaWü angehen. Du hast Interesse bekommen mitzumachen? Kein Problem. Du kannst jetzt ganz einfach online beitreten. Gehe einfach auf diese Seite und fülle das dortige Formular aus und schon bist Du dabei. Deine Kontaktperson in BaWü ist Ben Brusniak (benbrusniak @ me.com)


Reclaim the commons oder einfach Infrastruktursozialismus

Eine Gedankenspiel: Stell dir eine Welt vor, in der gesellschaftliche Aufgaben wie Bildung, Gesundheit, Mobilität, Kultur und Kommunikation der Verwertungslogik entzogen werden. Ich kann verstehen wenn es im ersten Moment schwer fällt, aber eigentlich ist es heute schon denkbar. OK! Langsam, Schritt für Schritt. Was würde das für uns konkret bedeuten:

Kommunikation: Egal wo du bist, dein Handy hat Empfang. Du hast Internet, überall und zwar mindestens in DSL Geschwindigkeit auch in Wirmighausen oder Kleinkleckersdorf. Abgerundet wird das Angebot durch W-Lan Spots an  allen öffentlichen Plätzen. Das macht das Leben nicht nur bunter, sondern schafft die Basis für gesellschaftliche Teilhabe und die Pflege sozialer und beruflicher Kontakte. Yeah, und das ganze für alle verfügbar. Nicht nur ein Traum – Meine Vision.

Gesundheitswesen: Stell dir vor, du fühlst dich krank, gehst zum Arzt und die erste Frage, die du gestellt bekommst, ist nicht „Kasse oder Privat?“, sondern „Welche Beschwerden haben sie denn?“ Wenn Gesundheit keine Frage des Geldes ist, sondern eine Frage des sozialen Miteinanders, dann ist das nicht unvorstellbar. Konkret ausgedrückt würde das bedeuten: Freier Zugang zur Gesundheitsversorgung, Würdevolles Altern und freier Zugang zu Sportvereinen und Fitnessstudios.

Mobilität: Bahncard 100 für alle und zwar umsonst. Das würde bedeuten: Egal ob Fernreisen oder ÖPNV, mensch kann es benutzen. Nebenbei wird auch noch die Welt gerettet, weil viel viel weniger Autos unterwegs wären. Toll, oder?

Bildung: Von der KiTa bis zur Uni und noch viel weiter. Dem Grundsatz folgend lebenslanges Lernen zu ermöglichen, hat jedermensch die Möglichkeit, nach seinen Bedürfnissen zu lernen, egal ob Studium oder Meisterschule. Das ganze natürlich kostenfrei. Es versteht sich dabei von selbst, dass auch die Lerhrmittel kostenfrei zur Verfügung stehen.

Kulturelle Teilhabe: Selbstverwaltete Jugendzentren meets Oper und Karaoke-Bar. Proberäume für Metallbands genauso wie Platz für Yoga Kurse. Alles ist Kultur und ist elementar, um sich entwickeln zu können. Deshalb muss es ausreichend für alle zu Verfügung stehen.

So und jetzt nochmal: Stell dir eine Welt vor, in der gesellschaftliche Aufgaben wie Bildung, Gesundheit, Mobilität, Kultur und Kommunikation der Verwertungslogik entzogen werden. Immer noch schwierig?

Inspiriert von einem Text der Redaktion des Prager Frühlings: