Frauen die kämpfen, sind Frauen die Leben

Wir wünschen allen Freundinnen, Kolleginnen, Müttern, Töchtern, Schwestern, Großmüttern, Liebhaberinnen, Nachbarinnen, Gegnerinnen, Revolutionärinnen, Mädchen, … einen kämpferischen internationalen Frauenkampftag!
Der erste Frauenkampftag wurde am 19. März 1911 in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz sowie den USA begangen. Allein in Berlin kamen etwa 45.000 Frauen zusammen, um sich für ihre Rechte stark zu machen. In den folgenden Jahren versammelten sich Millionen von Frauen zu den jeweils im Frühjahr organisierten Demonstrationen, Veranstaltungen und Aktionen. Schon 1912 kamen Schweden, Frankreich und Holland, 1913 Russland und die Tschechoslowakei dazu. Neben dem Wahlrecht forderten die Frauen bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, Mutter- und Kinderschutz und protestierten gegen den imperialistischen Krieg. Das aktive und passive Wahlrecht wurde den Frauen in Deutschland im November 1918 durch den Rat der Volksbeauftragten zuerkannt. Weiterlesen

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3ter Bundeskongress von Linksjugend-Solid in Frankfurt

Letztes Wochenende fand der dritte Bundeskongress unseres Jugendverbandes in Frankfurt am Main statt. Geladen waren 250 Delegierte aus dem ganzen Bundesgebiet. Im Gepäck hattenwir  neben Schlafsäcken und Isomatten auch ganz viele Änderungsanträge zum Hauptantrag. Auch aus BaWü ist eine Delegation angereist. Ganze 22 Delegierte hätten es sein dürfen, aber irgendwie waren nur 12 davon anwesend. Und die Verteilung war und ist erschreckend: 11 männliche Delegierte und eine weibliche. Oha, da hat unser Verband im Rahmen der Geschlechtergerechtigkeit noch einige Aufgaben zu bewältigen. Doch zurück zum Kongress. Nachdem am Freitag um 17 Uhr der offizielle Startschuss war, konnten wir dann auch tatsächlich gegen 19:30 Uhr beginnen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Aber ich sag nur: „Thank you for travelling with DB“ . Okay, also erstmal Eröffnungsgeplänkel und Abstimmung über die Geschäfstordnung des Kongresses. Wie jedes Jahr gibt es Diskussion über das Selbsbestimmungsrecht des Einzelnen und die Frage, ob das Alkoholverbot wirklich sein muss. Das Ergebnis heißt: Alkoholkonsum  ist während des Kongresses verboten und ich wunder mich nur seit wann Wasser in Bierflaschen abgefüllt wird.

Höhepunkt des Abends ist  dann die Podiumsdiskussion mit Caren Lay, Werner Dreibus, Marco Heinig und Ines Coburger. Die Besetzung klingt spannend, das Ergebnis war ernüchternd. Die RaucherInnenbalkone füllen sich und sind schnell an ihrer Belastungsgrenze angelangt, aber dann geht es weiter mit Delegiertenvorbesprechungen an möglichen und unmöglichen Orten. Antragshefte werden malträtiert und in der Ferne hört mensch Delegierte fragen: „Wie stehst du eigentlich zu ÄA23 Neufassung?“ oder “ Ist das jetzt im Antragsheft 1 oder Antragsheft 3?“ Auch die Kandidaturen für den BundesprecherInnenrat und die Nominierung zum/zur  Jugendpolitischen SprecherIn werden aufgeregt diskutiert. Da werde ich natürlich hellhörig, schließlich liegt meine Kandidatur zum Jugendpolitsichen Sprecher ja vor und ich versuche Tendenzen herauszuhören. Leider nichts zu machen. Eine klare Aussage ist nicht zu bekommen. Also abwarten. Der nächste Tag kommt bestimmt und schneller als mir lieb ist.  Ich gucke auf die Uhr und stelle fest, dass in 4 Stunden der Wecker klingelt, deshalb ab ins Bett und schlafen.

Einen gefühlten Augenblick später klingelt auch schon mein Lieblingswecker und ich mache mich auf den Weg. Tag 2 des Dritten Bundeskongresses hat soeben begonnen. Jetzt gehts los, denke ich und freue mich auf zwei Stunden lebhafte Debatte und heiße Kämpfe um Inhalte. Pustekuchen zwei Stunden wäre schön gewesen, aber aus zwei Stunden wird der ganze Tag. Die Luft wird immer dünner und der Hauptantrag wird immer dicker. Aus einem schlanken und meist auch stringenten Papier ist mittlerweile ein Monster aus Kampagnen und Aktionen geworden, welches kaum noch den Charakter eines „großen Ganzen“ hat, sondern eher die „Summe der einzelnen Teile“ darstellt.  Aber abgestimmt ist abgestimmt und das nächste Jahr wird zeigen, ob der Mund nicht zu voll genommen worden ist. Es ist mittlerweile schon dunkel als die Grußworte von unseren Europäischen PartnerInnen Organisationen vorgetragen werden. Die Stimmung wird wieder lebendiger und ein Gefühl von Aufbruch macht sich breit als  Genosinnen und Genossen aufpringen und rufen „Hoch die internationlae Solidarität! Hoch die internationale Solidarität!“

Jetzt beginnen die Wahlen! Und ja es finden tatsächlich Wahlen statt. Der BundesprecherInnenrat wird auf eine Göße von 11+1 (SchatzmeisterIn) festgelegt. Danach geht es in die KandidatInnenvorstellung. Als ich erfahre, dass die Wahl zur Nominierung des Jugendpolitischen Sprechers im Parteivorstand der Partei DIE LINKE auch noch stattfindet, werde ich plötzlich nervös.  Okay, raus aus dem Sitzungsaal und zur nächsten Nikotinsammelstelle. Einatmen, ausatmen und dann wieder rein ins Getümmel. Vorstellung, Fragerunde und Wahlgang. Gefühlte drei Stunden vergehen bis das Ergebnis präsentiert wird: Ich bin nominiert! Dann wird die Tagung unterbrochen. Es ist mittlerweile 1:33 Uhr und ich stelle fest, dass wir am nächstenTag ein halbe Stunde früher beginnen und auch noch die Uhren auf Sommerzeit umgestellt werden.

Kaum eingeschlafen, klingelt auch schon wieder der Wecker. Also wieder aufstehen, waschen, losfahren und zum Kongress. Der letzte Tag beginnt. Gezeichnet von den letzten Nächten betreten die Delegierten den Sitzungsaal. Die Tagesordnung will und will kein Ende nehmen. Satzunganträge, Entschließungen, Wahlen … Wir machen tapfer weiter. Um 15:30 Uhr ist es geschafft: Der letzte Tagesordnungspunkt wird aufgerufen und die Musik ertönt: „Völker hört die Signale…“  Erschöpft und erleichtert fahre ich zurück zu meinem Bett und wache erst am nächsten Morgen wieder auf .

Der Kongress war erfolgreich! Wir haben nicht weniger vor als die Welt zu verändern und den Kapitalismus zu überwinden. Also Attacke und bis zum nächsten Mal!

Ben Brusniak