Kopfkino #10

Antimilitarismus ist ein wichtiger Teilbereich im Kampf für eine bessere Gesellschaft.
Nicht nur wenn man in einer Stadt lebt die stark von Militär geprägt ist. Ich bin sehr erfreut, Euch den antimilitaristischen Jahresrückblick 2016 zu präsentieren,welcher von der Initiative No War Berlin zur  erstellt und zur Verfügung gestellt wird. Weiterlesen

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Gedankenupdate #7

Rosa Luxemburg Konferenz Seit 1996 findet jeweils am zweiten Samstag im Januar die Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin statt. Initiiert wurde sie von der überregionalen marxistischen parteiunabhängigen Tageszeitung junge Welt. Schwerpunkt der Veranstaltung sind Vorträge und Diskussionen zu Erfahrungen, Analysen und Aktivitäten linker Bewegungen und Parteien weltweit sowie der Austausch zu Entwicklungen und politischen Kämpfen in Deutschland. Alles weitere zur Konferenz auf der Konferenzseite.

Frieden statt NATO- Nein zum Krieg. Auch dieses Jahr gibt es wieder eine überregionale Demonstration gegen die Münchner Sicherheitskonferenz. Den passenden Aufruf findet ihr hier. Außerdem hat das Informationstelle Militarisierung (IMI) ein Fact-Sheet  herausgebracht. Dies kann kostenlos bestellt werden oder gleich runtergeladen werden .

Stadt von Unten. Mehrere Berliner Stadtinitaitven sind solidarisch mit Andrej Holm. Die politische Schmutzkampagne von CDU und AfD soll den Stadtsoziologen demontieren.Die Mieterinitativen hoffen auf Holm, da er  Miet- und wohnungspolitische Positionen vertritt die von einer breiten stadtpolitischen Bewegung geteilt werden. Einen interessanten Beitrag  zur  Causa Holm habe ich hier gefunden.Auch ich stehe hinter Andrej. Schließlich ist es nicht die erste politische Schmutzkampagen die er übersteht.

#KeinGeldfürRechts Diese Initiative  geistert im Moment durch die Twitterossphäre. Der Ansatz ist durchaus interessant für all die die im Onlineaktivismus ihren politischen Schwerpunkt sehen. Ich empfehle jedoch ganz Old School gegen Nazis auf die Straße gehen. Wann und wo ist meisten auf linksunten zu finden.

 

 

 

 

Gedankenupdate # 6

2 Seiten einer Medallie: „Pegida stoppen heißt auch keine Demo für Alle Für den 21. März 2015 mobilisieren rechtspopulistische, faschistische und christlich-fundamentalistische Kräfte, um durch die Stuttgarter Innenstadt zu ziehen. Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Bündnis aus Kräften der gemäßigten und extremen Rechten in der Landeshauptstadt unter homophoben Phrasen die Straße nimmt. Konnte ein erster Aufmarsch im Januar 2014 noch von mehreren hundert Menschen blockiert werden, so konnten die vier folgenden rechten Demos unter massivem Polizeischutz stattfinden.Nach längerer Pause und befeuert durch die Erfolge der rassistischen Pegida-Bewegung wollen die rechten Hetzer ihre ewig gestrigen Slogans nun wieder auf die Straßen unserer Stadt tragen.“ (…) Kommt am 21. März 2015 mit auf die Straße und tragt euren Teil dazu bei, die Demo für Alle zum absoluten Reinfall zu machen. Dabei ist die Vielfalt der Aktionsformen ein sicherlich entscheidender Moment. Für uns ist klar: Wir stehen ein für ein solidarisches Miteinander und machen mobil gegen rechte Hetzer! Bietet sich die Gelegenheit, dann werden wir die Demo blockieren! Auch wenn die Stuttgarter Polizei wieder alles daran setzt den Rechten den Weg freizuprügeln: Wir werden uns von unserem Ziel nicht abbringen lassen und den Rechten gehörig den Tag vermiesen!(…)“ Den kompletten Aufruf sowie aktuelle Infos findet ihr auf Rechstruck stoppen

Aktionskonsens: Am 14.03 plant die faschistische NPD einen Aufmarsch in Kaiserslautern. Mehrere antifaschistische Gruppen, Initativen und Einzelpersonen haben sich zu einem Blockadebündniss zusammengeshlossen und einen Aktionskonsens veröffentlicht. So heißt es in ihrem Aufruf: „Unsere Blockaden sind Menschenblockaden; wir bedienen uns dem Mittel des zivilen Ungehorsams. Von uns wird hierbei keine Eskalation ausgehen. Wir sind solidarisch mit allen, die ein Zeichen gegen Hass und Intoleranz setzen werden.“

Rest in Power: Am 07. März ist Ivana Hoffmann im Kampf gegen die IS gefallen. In Stuttgart gibt es am Freitag den 13.03 eine Trauerveranstaltung ab 18:30 im Linken Zentrum Lilo Herrmann Ebenso wird es eine Delegation geben die zur Gedenkdemonstration nach Duisburg fährt.

Filbingers Erben: Das rechtspopulistische und von Filbinger gefündete Studienzentrum Weikersheim läd Udo Ulfkotte nach Stuttgart ein um über „PEGIDA und die veröffentlichte Meinung“ zu diskutieren. Das Antifaschistische Aktionsbünsniss Stuttgart und Region hat angekündigt diese Veranstaltung zu beobachten und läd zur Gegenkundgebung in die Willi Reichert Staffel. Weitere Infos findet ihr direkt beim AABS.

 

 

Gedankenupdate #1

still loading#Stopegida: Über 600 Leute waren auf der Stopegida Kundgebung am Montagabend auf dem Stuttgarter Schlossplatz. „Es wird nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben – wenn PEGIDA marschiert, werden sie blockiert!“, so die VeranstalterInnen. Einen ausführlichen Bericht findet ihr auf der Kampagnenseite.

Wann, wenn nicht jetzt: Als Antwort auf die rassistische Stimmungsmache, hat die Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart ein Papier herausgegeben. „Es ist leider auch eine Schwäche der linken Bewegung, dass rechte Massenmobilisierungen und ein Klima dafür entstehen können. Die gemeinsame Antwort auf die Krise und Verwertungslogik des Kapitals darf nicht Rassismus, sondern muss der gemeinsame Kampf gegen neoliberale Politik mit einer Perspektive einer wirklich anderen, solidarischen Gesellschaft sein.“, reflektiert die Stuttgarter Gruppe. Das ausführliche Papier ist zu finden auf antifa-stuttgart.tk

Prozessauftakt: Am morgigen Donnerstag ist der Prozessauftakt gegen die „Autonomen Nationalisten Göppingen“. Es sind über 100 Verhandlungstermine angesetzt. Das AABS hat einen Aufruf zur antifaschisitischen Prozessbegleitung verfasst. Über die Jahre hinweg waren es vor allem AntifaschistInnen, die gegen die Nazis in Göppingen vorgegangen sind. Als Beispiele sind hier die Kampagnen Wir bleiben Dran und NAZIS STOPPEN zu nennen.

Aktionswoche:
Vom 22. Januar an soll es eine antimilitiaristische Aktionswoche geben. Diese ist Teil der Mobilisierungen für die Proteste gegen die NATO-Sicherheitskonfernz (SIKO) in München. Die Proteste gegen die SIKO sind außerdem der Startschuss für die G7-Proteste. Das offene Treffen gegen Krieg und Militarisierung (OTKM) hält euch hier auf dem Laufenden.

 

 

Fragen über Fragen bekommt Unterstützung

so könnte Euer Geburstagskuchen aussehen Euch ist sicherlich nicht entgangen, dass ich sehr häufig über politische Dinge schreibe bzw. auch gerne Aufrufe von Demos, Berichte von eben solchen und andere Diskussionsbeiträge veröffentliche. Das liegt daran, dass Politk einen großen Bereich in meinem Leben einnimmt. Ein stumpfes Veröffentlichen der Aufrufe etc. finde ich aber nur bedingt zielführend. Schon länger spiele ich mit dem Gedanken, hieran etwas zu ändern. Ich hab mich mal ein wenig in der Bloggerlandschaft umgeschaut und mich umgeguckt wie andere BloggerInnen da so verfahren. Es gibt da ziemlich viele Varianten. Die Variante, die mir am ehesten zugesagt hat, ist auf trueten.de zu finden. Dort erscheint in unregelmäßigen Abständen „Was mir heute wichtig erscheint„. So ähnlich habe ich mir das auch bei mir vorgestellt. Es wird also in Zukunft neben Fragen über Fragen eine zweite Serie gestartet. Wahrscheinlich werde ich die Aufrufe auch zusätzlich so veröffentlichen – ich kenn mich ja – aber es ist einen Versuch wert. Die #1 startet im übrigen morgen.

Antikapitalistischer Aufruf zu den Protesten gegen die „Siko“ 2014

  Siko_2013_03_web  50 Jahre Münchner Kriegskonferenz sind 50 Jahre zu viel: Überall ist Widerstand – NATO zerschlagen – den Aufstand beginnen!
Seit 50 Jahren treffen sich jährlich Regierungschefs der NATO-Staaten, Vertreter von Wirtschaft und Rüstungskonzernen, sowie hochrangige Militärs im bayerischen Hof zur „Sicherheitskonferenz“. Die „SIKO“ ist, ein informelles Treffen zur Koordinierung politischer und wirtschaftlicher Interessen – besonders in Bezug auf Rüstungsexporte und Kriege. Zudem ist sie eine mediale Propagandaveranstaltung, auf der sich die TeilnehmerInnen nach außen als Friedenstifter und Demokratiebringer darstellen.
Einen Kapitalismus ohne Krieg kann es nicht geben.
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Infoupdate zu den Protesten gegen die Einheitsfeier

infoupdateAm 3. Oktober finden die zentralen Feierlichkeiten zum sogenannten „Tag der Deutschen Einheit“ in Stuttgart statt.

Im folgenden einige aktuelle Infos zu diesem Event und den antikapitalistischen Gegenprotesten unter dem Motto „Ihre Einheit heißt Krise, Krieg und Armut!“

 

 

Eine Party?

Mit Plakatwerbung im gesamten Stuttgarter Stadtgebiet, in Bahnen und öffentlichen Einrichtungen, mit Programmheftchen und einer vollgepackten Werbe-Homepage wird die Werbetrommel für das Spektakel am 2. und 3. Oktober in der Stuttgarter Innenstadt von offizieller Seite schon seit einigen Wochen intensiv gerührt. Hauptorte der öffentlichen Feier werden die Theodor-Heuss-Straße (zentrale Verkehrsader), die Königsstraße (Einkaufsmeile), der Bereich um den Schlossplatz, der Marktplatz (am Rathaus) sowie der Schlossgarten (Stadtpark) sein.

 

Neben einem Kulturprogramm, das bedauerlicherweise mit zahlreichen Acts aufwartet, die sich in der Vergangenheit immer wieder als sozialkritisch, oder „alternativ“, gegeben haben (z.B. Max Herre, Samy Deluxe, Joy Denalane), finden sich im offiziellen Programm erwartungsgemäßg einige Punkte, die geradezu nach kreativen Interventionen schreien. Auch das Rahmenprogramm von Stuttgarter Einrichtungen, Vereinen und Initiativen bietet allerlei Möglichkeit, Kritik praktisch werden zu lassen. Damit die Überraschung am Tag selber nicht völlig ausbleibt, sollen diese Andeutungen hier vorerst ausreichen.

Informiert euch selbst, werdet kreativ und bereitet euch vor. Alle öffentlichen Infos zum Programm findet ihr auf der offiziellen Seite der Feierlichkeiten: tag-der-deutschen-einheit[dot]de

 

Nicht ohne uns!

Der plumpen Werbeoffensive der Herrschenden setzen wir ein wenig Inhalt entgegen:

 

Am kommenden Mittwoch, den 25. September, findet um 19:00 Uhr im Linken Zentrum Lilo Herrmann (linkeszentrumstuttgart.org) eine Infoveranstaltung zu den Hintergründen  und dem Ablauf der Proteste statt. Was zeichnet die BRD heute, 23 Jahre nach der Einverleibung der DDR, aus? Wie kann eine moderne linke Bewegung mit sozialistischen Projekten der Vergangenheit umgehen? Und was haben wir am 3. Oktober eigentlich genau vor?

 

Am Freitag, den 27. September folgt um 19:00 Uhr ein Open-Air-Kino auf dem Stuttgarter Marienplatz (bei schlechtem Wetter im Linken Zentrum Lilo Herrmann). Mit einer Filmcollage wollen wir uns, fern ab von den lebensfernen Harmoniephantasien der Feierlichkeiten, anschauen, wie die Lebensrealität in der BRD für große Teile der Bevölkerung eigentlich aussieht und für was dieser Staat wirklich steht.

 

Nach wie vor sind außerdem noch Bündnisaufrufe und Plakate (bei Bedarf auch mit Überklebern mit Demobeginn) vorhanden. Wenn ihr Material braucht, meldet euch schnell per Mail: dritterzehnter[at]hushmail.com

Zudem hat die „Revolutionäre Aktion Stuttgart“ eine Zeitung im Rahmen der Gegenmobilisierung veröffentlicht. Die pdf-Version findet ihr hier.

 

 

Gut zu wissen:

Trotz gewisser Schwierigkeiten mit den „Sicherheits“bedürfnissen von lokalem Ordnungsamt und Polizei, wird die Demonstration nun eine Route entlang der Stuttgarter Innenstadt laufen können. Beginn ist um 14:00 Uhr in der Lautenschlagerstraße, gegenüber des Stuttgarter Hauptbahnhofes. Die Abschlusskundgebung findet vor der Liederhalle am Berliner Platz statt. Diese Kundgebung bleibt zugleich Anlaufpunkt für AktivistInnen für den restlichen Tag.

 

Am Abend öffnet das Linke Zentrum Lilo Herrmann in Stuttgart-Heslach seine Pforten – mit veganem Essen und in lockerer Atmosphäre kann der Tag dort einen gemeinsamen Ausklang finden.

Für Schlafplätze, meldet euch unter: dritterzehnter[at]hushmail.com

 

Die Nummer des Ermittlungsausschusses für den Tag: 015205372805

 

 

Weitere Infos zum Antikapitalistischen Bündnis, den gemeinsamen Aufruf und einige Hintergrundtexte, findet ihr hier:

dritterzehnter.blogsport.eu

 

Quelle: linksunten

 

Soliparty mit Dirt Effect und “ Sigrid und Oi „

Am Samstag, den 20. Juli findet eine Soliparty im Linken Zentrum Lilo Herrmann ab 22 Uhr statt.

Am 04. Juni 2011 besetzen mehrere AntirassistInnen die Bühne der rechtspopulistischen und rassistischen „Bürgerbewegung PAX Europa“ auf dem Schlossplatz in Stuttgart. Die erfolgreiche Aktion führte zu mehreren Verurteilungen. Der Erlös der Party kommt den Verurteilten zugute.

Es spielen Dirt Effect und im Anschlus daran legen die DJ Legenden Sigrid und Oi auf.

via trueten.de

Ihre Einheit heißt Krise, Krieg und Armut!

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Ihre Einheit heißt Krise, Krieg und Armut!
Gegen die Einheitsfeierlichkeiten am 3. Oktober in Stuttgart

Am 3. Oktober sollen in Stuttgart die offiziellen Feierlichkeiten zum sogenannten „Tag der Deutschen Einheit“ stattfinden. Unter dem Motto „Zusammen einzigartig“ werden eine halbe Million Besucher zu dem Spektakel erwartet. Mit Partymeile, Bürgerfest, Gottesdienst, Spiel- und Sportarena und staatsoffiziellem Festakt soll die aufwändige Inszenierung vor allem eines: Den kompromisslosen Siegeszug des deutschen Kapitals der letzten 23 Jahren in hellem Glanz präsentieren und als Wohltat für die gesamte Bevölkerung verkaufen. Mit unermüdlicher Hetze gegen die DDR als sozialistischen Staat, sollen gesellschaftliche Perspektiven jenseits des Kapitalismus zugleich diskreditiert und als „ewig gestrig“ abgestempelt werden. Im Spotlight der großen Show stehen reaktionäre Impulsgeber  wie Bundespräsident Gauck, der nicht nur den Rassismus eines Thilo Sarrazin für mutig befindet und den deutschen Kriegseinsatz in Afghanistan gerne fortsetzen möchte, sondern auch das Hartz4-Armutpaket als Muntermacher würdigt.

Was die Einverleibung der DDR und die 1990 angestoßene Entwicklungen für den größten Teil der Bevölkerung innerhalb der neugezogenen Grenzen der BRD tatsächlich bedeuteten, ist alles andere als ein Grund zu feiern. Massenarbeitslosigkeit, Armut, weitreichender staatlicher Sozialabbau, sinkende Reallöhne und prekäre Arbeitsverhältnisse. Das sind die Einschnitte, die für die kapitalistischen Interessen am „Standort Deutschland“ in den letzten Jahren in Kauf genommen werden sollten. Die Beteiligung der Bundeswehr an Kriegseinsätzen auf dem gesamten Globus zur Sicherung von Einflusssphären, Ressourcen und Absatzmärkten gehört ebenso zum „Deutschland-Komplettpaket“, wie eine passende ideologische Unterfütterung der kapitalistischen Mobilmachung: Schwarz-Rot-Goldener Einheitstaumel ist wieder voll im Trend und soll nicht nur bei Fußballspielen und an Feiertagen für ein nationales Gemeinschaftsgefühl sorgen, dass weder Ausgebeutete noch Ausbeuter kennt und alle scheinbar an einem Strang ziehen lässt. Diejenigen, die nicht in dieses nationalistische Konzept passen, wie “unerwünschte” MigrantInnen, oder sozial Benachteiligte, haben dabei das Nachsehen. Rassistische und sozialdarwinistische Stimmungsmache und Gewalt, haben in den letzten 20 Jahren in Pogromen und Morden immer wieder traurige Höhepunkte erlebt.

Was ist Anfang der 90er Jahre also passiert? Mit dem Niedergang der DDR und den sozialistischen Staaten um die Sowjetunion, ist die große Systemkonkurrenz der westlichen kapitalistischen Staaten gefallen. Damit ist auch die hohe Messlatte verschwunden, die sozialistische Staaten wie die DDR in Sachen Sozialpolitik im Weltmaßstab gesetzt haben. Durch verstaatlichte Ressourcen und Märkte, sowie hohe Standards der sozialen Sicherung haben sie den globalen kapitalistischen Verwertungsdrang in einem gewissen Rahmen gehalten und das westliche Kapital zu Zugeständnissen an die lohnabhängige Bevölkerung gezwungen. Der Weg für Kürzungsorgien und den Rückbau von erkämpften Rechten der Lohnabhängigen in der BRD, wurde durch den sozialistischen Zusammenbruch wieder freigeräumt. Die Produktionsmittel der DDR gingen derweil entweder zu Ramschpreisen in kapitalistische Hände über, oder wurden schlichtweg brachgelegt, um westlichen Kapitalfraktionen keine neue Konkurrenz zu schaffen. Für die Lohnabhängigen blieb eine zerstörte wirtschaftliche Infrastruktur und soziale Perspektivlosigkeit zurück. Die neue Größe und das erhöhte wirtschaftliche Potenzial der neuen BRD brachten Großmachtbestrebungen der Herrschenden mit sich, die gerade heute in der autoritären deutschen Europapolitik wieder offen zu Tage treten.

Auch heute noch ist die DDR den Herrschenden ein Dorn im Auge. Anstatt einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Fehlern des Staates, werden Vergleiche zum menschenverachtenden deutschen Faschismus gezogen und Probleme wie staatliche Repression, einseitige Beteiligungsmöglichkeiten und Privilegien für die Oberschicht, die in kapitalistischen Staaten noch wesentlich ausgeprägter sind, groß skandalisiert. Dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Errungenschaften des sozialistisches Staates, wie die allgemeine Sicherung vor Armut, das Bildungssystem ohne strukturelle Benachteiligungen, oder die weitreichende Gleichberechtigung von Frauen, in der öffentlichen Auseinandersetzung zugleich konsequent ausgeblendet werden.

Wir werden am 3. Oktober auf die Straße gehen, um gegen die Glorifizierung des kapitalistischen Vormarsches in allen Bereichen der Gesellschaft zu protestieren. Die nationalistische Proklamierung von „Einheit“ und „Zusammenhalt“ kann einzig und allein denen nutzen, die von den immer schlechteren Lebens- und Arbeitsbedingungen der lohnabhängigen Masse der Bevölkerung profitieren. Ob die vermeintliche Zusammengehörigkeit in rassistischer Manier durch Abgrenzung und Diffamierung von Anderen, oder ganz modern als „multikulturelles Teamwork“ für den deutschen Standort, präsentiert wird, spielt letztendlich keine Rolle – wir lassen uns davon nicht täuschen! Im Kampf um eine solidarische und gerechte Gesellschaft lassen wir uns weder entlang unserer Herkunft und Kultur spalten, noch vergessen wir den Unterschied zwischen der profitablen Aneignung und dem erzwungenem Verkauf von Arbeitskraft. Unsere eigentlichen Gemeinsamkeiten kann kein Nationalstaat präsentieren. Sie stecken vielmehr in dem Interesse, eine befreite Gesellschaft aufzubauen. Eine Gesellschaft, in der wir gemeinsam und ausgehend von den vorhandenen Möglichkeiten und Bedürfnissen der Menschen, über die Produktion und Verteilung von Gütern und den Aufbau des sozialen Gefüges entscheiden.

Mit einer lautstarken antikapitalistischen Demonstration und kreativen Störaktionen während den Feierlichkeiten zum 3. Oktober werden wir deutlich machen, dass wir die unaufhaltsam anwachsenden Missstände in der Gesellschaft nicht einfach hinnehmen. Daran ändern auch inszenierte Jubelorgien nichts.

Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte!
Für eine antikapitalistische Perspektive!

Quelle und weitere Infos: http://dritterzehnter.blogsport.eu