Wenn der Wartberg zur Festung wird

Warum eigentlich?
Der 23. Februar ist in Pforzheim nicht irgendein Tag. Es ist der Jahrestag der Bombardierung von Pforzheim. Der 23. Februar ist aber seit den 90ern auch der Tag, an dem Faschisten versuchen ihre geschichtsrevisionistische Propaganda durch eine „Fackelmahnwache“ auf dem Pforzheimer Wartberg zu instrumentalisieren. Somit ist auch klar, dass der 23. Februar ein Tag der antifaschistischen Intervention gegen diese menschenverachtende Ideologie ist. Seit 3 Jahren mobilisiert das antifaschistische Bündnis …Nicht lange Fackeln! gegen die Nazimahnwache. Wie bereits angekündigt, war ich auch in Pforzheim im Team mit weiteren DemofotografInnen.

Festungsringe statt Schwimmringe  
Auf dem Gipfel des Wartbergs gibt es ein Freibad. Doch statt Schwimmringe im Freibad gab es rund um die Aufzugsfläche der Nazis mehrere Festungsringe der rund 1000 eingesetzten Polizisten.
In verschiedenen Abständen wurden mit Hamburger Gittern Kreise gezogen, dahinter oder davor standen meist die Mannschaftswägen der Einsatzhundertschaften. Ein Helikopter kreiste die ganze Zeit zusätzlich über dem Wartberg. Permanent sind gepanzerte und behelmte Einheiten am Patroulieren. Mindestens ein Wasserwerfer stand schließlich auch noch bereit. Bei diesem Aufwand könnte man meinen, dass was Wertvolles beschützt wird. Doch alles was an diesem Abend beschützt wird, sind rund 70 Faschisten inklusive ihrer menschenverachtenden Ideologie. Sprechchöre wie „Deutsche Polizisten – Schützen die Faschisten“ oder „Pforzheim ohne Polizei wär schon lange Nazifrei“ sind wahrscheinlich auch gerade deshalb häufig gerufenen Parolen in Pforzheim an diesem 23. Februar.

Antifaschistische Proteste und Aktionen
Im Vergleich zu den Vorjahren gab es ja dieses Mal kein Demonstrationsverbot in der Nordstadt. So konnte erstmals eine Kundgebung am Café Hasenmeyer durchgesetzt werden. Insgesamt folgtem dem Aufruf des Bündnisses …Nicht lange Fackeln! über 400 AntifaschistInnen. Diese versuchten dann, über verschiedene Wege auf den Wartberg zu gelangen. Insgesamt 150 gelang es auch. Das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region, welches Teil des Bündnisses ist, hat hierzu auch schon einen ausführlichen Bericht verfasst, auf den ich hier gerne verweise.

Pixeln ja, aber bitte nicht die Transpis
Als Demofotograf gibt es eine bestimmte Etiquette. Eine davon ist, die Gesichter von Antifaschistinnen zu verpixeln oder sie anderweitig unkenntlich zu machen. Zum Einen als Repressionsschutz vor den Ermittlungsbehörden, zum Anderen aber auch, um von Faschisten nicht auf offener Straße erkannt zu werden. Ich halte mich da auch gerne daran. Interessant finde ich, dass auch die Polizei anfängt, ihre Bilder zu bearbeiten. Im Laufe des Abends muss wohl ein Polizeifotograf eine ähnliche Perspektive wie ich zum Fotografieren genutzt haben. Das Motiv: AntifaschistInnen auf der Hauptstraße in unmittelbarer Nähe des Wartbergs. Am besten ihr macht Euch selbst ein Bild über die unterschiedlichen Methoden der Bildbearbeitung.

Hier das Polizeimotiv eingebettet in einen Tweet der Karlsruher Polizei:

Hier mein Foto:
20150223_PF02

Eine kleine Auswahl an weiteren Bildern stelle ich Euch noch in einer Galerie zusammen, empfehle euch aber auch, euch die Fotos von Jens Volle anszuschauen der als Demofotograf mit mir unterwegs war.

 

 

 

 

 

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